Psychoaktive Kräuter September 2000
 

1) Allgemeines

a) Minderjährige sollten niemals psychoaktive Kräuter zu sich nehmen.
 
Die Gefahr sich daraus entwickelnden psychischen Störungen ist nicht zu verantworten und steht in keinem Verhältnis zu der Wirkung bei Erwachsenen.
 

b) Schwangeren Frauen wird ebenfalls von dem Gebrauch psychoaktiver Kräuter strengstens abgeraten.
 

c) Psychoaktive Kräuter sind keinesfalls ein Ersatz für Medikamente bei Erkrankungen.
 

d) Es spricht kaum etwas gegen die gelegentliche Einnahme ungiftiger Kräuter, um das allgemeine Befinden zu verbessern - es spricht aber alles gegen den häufigen, regelmäßigen Gebrauch, da stets die Gefahr einer Abhängigkeit besteht!
 

e) Wenn Sie psychoaktive Kräuter zu sich nehmen, ist es stets empfehlenswert, die niedrigste Dosierung zu sich zu nehmen.
 

f) Bei den hier aufgeführten Kräutern handelt es ausnahmslos um legal euphorisierende, beruhigende oder anregende Pflanzen. Giftige Pflanzen werden bewußt nicht aufgeführt.
 

g) Das Redaktionsteam übernimmt keinerlei Haftung für die Einnahme psychoaktiver Kräuter.
 

2) Verzeichnis psychoaktiver Kräuter

a) Wermut
Wirksame Inhaltsstoffe:     Absinthin, Anabsinthin, Thujon
Verwendung:   3 Tage in Korn eingelegt oder geraucht
Wirkung:   stark einschläfernd, narkotisch. psychedelische
Komponente.
Oft ausgeprägtes "Katergefühl" am nächsten Tag.
Evtl. Nervosität, Krämpfe, Benommenheit.


b) Hopfen
Wirksame Inhaltsstoffe:     Lupulin
Verwendung:   getrocknete Zapfen geraucht oder als Tee verwendbar
Wirkung:   beruhigend, evtl. leichte Euphorie
Übermäßiger Genuß kann zu Benommenheit führen.

c) Prunkwinde
Wirksame Inhaltsstoffe:     LSA (D-Lyserg-Säure-Amid), Ergometrin
Verwendung:   5-10 Gramm der Samen werden gut gekaut und geschluckt.
Wirkung:   LSD-ähnliche Halluzinatioen von ca. 6 Stunden Dauer.
Vorsicht ! Personen, die an Lebererkrankungen leiden
oder Schwangere dürfen dieses Kraut nicht
einnehmen. Vorab empfiehlt sich ein
Verträglichkeitstest mit wenigen Samen.

d) Muskatnuß
Wirksame Inhaltsstoffe:     Myristicin, Elemicin, Safrol u.a.
Verwendung:   5-10 Gramm frisch gemahlene Muskatnuß.
Wirkung:   nach ca. 5 Stunden evtl. Mundtrockenheit, konfuses
Reden, unkoordinierte Bewegungen u.ä.. Dann
Beruhigung, Schlafunfähigkeit, Euphorie und
traumähnliche Zustände. Höhere Dosis vergleichbar
mit Haschisch.
Vorsicht - auch Angstzustände sind möglich! Starke
Nebenwirkungen wie z.B. Übelkeit,
Herzbeschwerden oder Verstopfung können ebenfalls
vorkommen. Safrol ist krebserregend und
leberschädlich. Mukatnuß ist ein MAO-Hemmer und es
können starke Vergiftungserscheinungen bei zu
hohem Gebrauch auftreten.

e) Katzenminze
Wirksame Inhaltsstoffe:     Nepetalactone, Metatabilacetone
Verwendung:   Blätter können allein oder mit Tabak vermischt geraucht werden.
Als Tee 2 Eßl. frische Katzenminze mit ¼ L kochendem Wasser übergießen, 5 Min ziehen lassen.
Wirkung:   milde, marihuana-ähnliche Euphorie. Keine
Nebenwirkungen des Krauts.

f) Petersilie
Wirksame Inhaltsstoffe:     Apiol, Myristicin
Verwendung:   das aus den Samen gewonnene Öl
Wirkung:   leichte Erregung, dann berauschend und evtl. leicht
halluzinogene Wirkung.
Schädigt die Leber, die Nieren und den Magen-Darm-
Trakt. Nicht in der Schwangerschaft zu sich nehmen.
Ähnlich gefährlich wie Muskatnuß.

g) Baldrian
Wirksame Inhaltsstoffe:     Chatinin, Valerin
Verwendung:   ausschließlich die Wurzel. 2 Tl mit kaltem Wasser
ansetzen und mehrere Stunden ziehen lassen und als
Kaltwasserauszug trinken.
Wirkung:   senkt die Nervenerregbarkeit, dadurch beruhigend
und schlaffördernd.
Keine Nebenwirkungen oder Abhängigkeitsgefahr.
 

Das Kräuterparadies Copyright © 2000 Susanne Kinne