1) Bärlauch Mai 2000
 
Bärlauch
a) Was blüht denn da?
Bärlauch (Allium ursinum) findet man im Harz vorrangig in Buchenwäldern.
Sein starker Knoblauchgeruch macht ihn unverkennbar, so daß man ihn unschwer von dem ihm optisch verwandten Maiglöckchen unterscheiden kann.
Seine Blätter sind breit lanzettlich, langgestielt, meist zu zwei grundständig und er hat eine längliche, schlanke Zwiebel.
Er ist komplett für den Menschen genießbar und wird volkstümlich wie Knoblauch angewendet.
Man pflückt die Blätter direkt über dem Erdboden ab oder gräbt nach der Blüte die Wurzel aus oder pflückt die "Blütenkapern".
Für Knoblauchfans ist er ein Muß, da sein Aroma sehr viel schmackhafter ist!
 
b) Das ausgewählte Rezept
Bärlauchspaghetti
Man nehme für ca. 4 Pers.:

500 gr. Spaghett . 1 Handvoll Bärlauchblätter . 2 Eßl. Öl
250 gr. milder Schafskäse . 2 Eßl. Zucker . Salz, Pfeffer
100 gr. Pinienkerne
 
Die Spaghetti al dente kochen.
Die gewaschenen Bärlauchblätter kleinschneiden und mit dem Öl zu einer Paste verrühren. Zwiebel kleinschneiden und zusammen mit dem Bärlauch in einer Pfanne glasig dünsten. Den kleingebröckelten Schafskäse dazugeben, schmelzen lassen und die Gewürze zufügen.
Die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Öl kurz rösten.
Die Bärlauchcreme über die noch heißen Spaghetti geben, gut verrühren. Vor dem Servieren die Pinienkerne darüberstreuen.
 
c) Tipps für kids
Das Sammeln von Bärlauch macht großen Spaß!
Überredet Eure Mami und Euren Papi doch einfach, in den Wäldern nach Bärlauch zu suchen - man kann ihn gleich an Ort und Stelle essen und er schmeckt köstlich!
 
d) Alternative Hausapotheke
"Ramsen im Mai, das ganze Jahr keine Arznei!"
 
Dieser Alte Spruch ist seit Jahrhunderten im Harz bekannt, denn Bärlauch enthält die Hauptwirkstoffe des Knoblauchs in sich, das Allicin und sogar hormonartige Substanzen, die den männlichen und weiblichen Sexualhormonen ähneln!
Er wird vorrangig bei verdauungsstörungen, Arteriosklerose und Bluthochdruck und Hautausschlägen angewendet.
Er stärkt das Immunsystem ganz enorm. Da er zudem sehr durchblutungsfördernd wirkt, wird die Verengung der Blutgefäße und die Verkalkung verhindert. Wer weiß, vielleicht kann man bei regelmäßigem Verzehr weit über 100 Jahre alt werden?
 
e) Konservierungsmethoden
Bärlauch läßt sich problemlos einfrieren. Es läßt sich aus ihm aber auch ein äußerst schmackhaftes Pesto zubereiten, daß sich problemlos im Kühlschrank bis zu einem Jahr hält!
Dazu heckselt man ihn in der Küchenmaschine klein und verrührt ihn mit einem guten Öl im Verhältnis 1 : 5 und würzt ihn stark mit Salz.
Man füllt ihn in kleine Gläser und gießt als "Versiegelung" eine fingerbreite schicht Öl darüber.
Auf diese Weise hat man stets wie frisch gepflückt schmeckenden Bärlauch im Haus!
 
f) Kräuter im Garten
Bärlauch läßt sich überrrschend gut im eigenen Garten anbauen. Man gräbt die in der freien Natur noch nicht blühende Pflanze mitsamt der kleinen Zwiebel vorsichtig aus und pflanzt sie im Garten in möglichst lehmhaltigem Gartenboden ein. Sie verträgt sowohl Sonne als auch einen halbschattigen Standort. Den Boden stets feucht halten. die Pflanze versamt sich selbst - daher ist es nicht nötig, zu viele Pflanzen in der Natur auszugraben!
Die Ernte beschränkt sich auf die Zeit von Anfang März bis Mitte Juni, danach vergilbt das Laub und die Pflanze hält Sommerschlaf. sie kann im Idealfall bis zu 30 cm. hoch werden.
 
g) Orakel und Magie
Da die Erde in den frühen Morgenstunden "ausatmet", d. h. im Wasserkreislauf die Heilstoffe der Pflanzen sich gebunden in den Blatt-, statt in den Wurzelteilen befinden, ist dies der ideale Zeitpunkt zur Ernte.
 
h) Süßes und Saures
Bärlauch-Kapern
Man verwendet die jungen, noch weichen, kleinen, grünen Beeren, die sich im Juni nach der Blüte bilden.
Sie werden gewaschen, mit reichlich Salz bestreut und einen ganzen Tag stehengelassen, damit sie etwas Feuchtigkeit verlieren.
Danach gut abtrocknen, in Estragonessig kurz aufkochen und mit der Flüssigkeit noch heiß in Schraubgläser füllen.
Kühl und dunkel aufbewahren.
Mit ihrem charakteristischen Eigengeschmack passen sie gut zu Wildkräutersaucen- aber auch pur sind sie ein Genuß!
 

Das Kräuterparadies Copyright © 2000 Susanne Kinne