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a) Die Bedeutung der Heilpflanzen für Kneipp |
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Kneipp lernte bereits in seiner Kindheit die Kraft der Heilpflanzen kennen und schätzen. Er lebte mit seinen Eltern im Allgäu und seine Familie konnte sich damals keine teure Medizin leisten. So beobachtete er, wie in seiner engsten Umgebung mit Kräutern umgegangen wurde und experimentierte bereits selbst. Er arbeitete als Hütejunge und fütterte die ihm anvertrauten Kälber mit ausgesuchten Kräutern, und sie wuchsen zu Prachtrindern, die erste Preise gewannen. Damals faßte er den für seine Sicht der Heilpflanzen charakteristischen Gedanken, daß "diese nichts anderes als eine besondere Art der Nahrung" seien! Eine Sicht, die ihm bei seinen späteren Forschungen den ungetrübten, instinktsicheren und von Ängsten freien Umgang mit den Heilpflanzen ermöglicht haben wird. Vor einem Nahrungsmittel hat man weniger Scheu als vor einer Medizin! Kneipp fand durch seine Untersuchungen eine verblüffend treffsichere Auswahl jener Heilpflanzen, die für den Hausgebrauch von praktischem Wert sind. Sehr großen Wert legte Kneipp bei seiner Auswahl auf die Unbedenklichkeit der Heilpflanzen. Bei ihm galt stets der Leitgedanke: Der mildeste, gerade schon wirksame Reiz ist der beste! Man kann ihn ruhigen Gewissens als den legitimen Vater der modernen Pflanzenheilkunde bezeichnen - was ihm selbst allerdings nicht bewußt war. Tatsächlich haben wir, durch die Fortschritte der Phytochemie und Phytopharmakologie, ein ungleich genaueres Wissen von den Wirkstoffen der Pflanzen und ihren Wirkmechanismen im Organismus. Ein tieferes Wissen um die "wahre" Bedeutung der Heilpflanzen haben wir allerdings noch nicht gewinnen können, da ist uns Kneipp noch voraus... |
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b) Die kleine Kneipp'sche Hausapotheke |
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Sebastian Kneipps "Kleine Hausapotheke" wird klassischerweise in Tinkturen, Tees, Pulver und Öle eingeteilt. Ich beschränke mich hier aufgrund des sonst zu großen Umfangs der Darstellung auf die Vorstellung seiner Tinkturen. 1) Die Zubereitung einer Tinktur Man verwendet als Auszugsmittel am besten den sogenannten verdünnten Alkohol (Spiritus Vini dilutus, ca. 70 %Vol). Man erhält ihn in jeder Apotheke und er ist sowohl für den innerlichen als auch für den äußerlichen Gebrauch zu nutzen. Man setzt in diesem Alkohol die fein zerkleinerten Heilpflanzen in der Regel im Verhältnis 1:5 an. Das Gemisch gibt man in eine große, dunkelgefärbe Flasche, verkorkt diese und bewahrt die Tinktur bei ca. 20 Grad Celsius ca. 20 Tage auf. Abschließend seiht man mit einem guten Filter ab. Man erhält dabei ein 70%ige Tinktur. Dies ist zu hoch für eine äußerliche Anwendung, deshalb verdünnt man nun mit destilliertem Wasser bis auf 30-40 % Alkoholgehalt (es empfiehlt sich eine Zugabe von ca. 100 Milliliter). Bei einer innerlichen Anwendung braucht man nicht extra zu verdünnen, da man in diesem Fall ohnehin in Wasser oder Tee verdünnt. 2) Pflanzentinkturen und ihre Anwendungsgebiete -Bitterklee (Menyanthes trifoliata): Als "Bitterer Geist" für den schlaffen Magen -Tausendguldenkraut (Centaurium minus): Für den schlaffen Magen sowie zur Steigerung des Allgemeinbefindens -Salbei (Salvia officinalis): Gegen übermäßiges Schwitzen bei der innerlichen Anwendung, bei Kneipp zusätzlich zur Reinigung von Leber und Nieren. Als Gurgelmittel bei schmerzhafter Rachenentzündung. -Baldrian (Valeriana officianalis): Gegen Unruhezustände und nervöses Herzklopfen, bei Kneipp auch gegen Migräne (10 Tropfen in einem El Wasser jede halbe Stunde) -Engelwurz (Angelica archangelica): Gegen Verdauungsbeschwerden mit Blähungen. Bei Kneipp ein großes Ausleitungsmittel, ein Mittel, das Darm und Blut von Giften befreit. -Spitzwegerich (plantago lanceolata): Innerlich als schleimlösendes Mittel bei trockenem Husten, als Gurgelmittel bei belegtem Hals und Rachen. |
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c) Die Kraft der Heublumen |
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Heublumen sind eigentlich die Gesamtheit des Materials einer Wiese nach der Mahd. Durch fermentative Prozesse während des Trocknens entsteht der typische Heugeruch, wobei das sogenannte Ruchgras (eine Grassorte) das intensiv riechende Cumarin bildet. Gewonnen werden die Heublumen durch Absieben von Heu oder, wie Kneipp es praktiziert hat, durch Absammeln der auf den Boden der Tenne gefallenen Früchte, Blüten und Blatteile. Man kann aber auch das ganze Heu verwenden - damit hat Kneipp sogar viele erkrankte Kinder erfolgreich geheilt! Heublumen sind zweifelsfrei eine Ganzheit, mehr als eine einzelne Pflanze es sein kann; die Ganzheit des eßbaren, nicht giftigen Teils einer naturgewachsenen Mischwiese. Eine solche Wiese enthält grundsätzlich dieselben Nährstoffe wie unsere heutigen pflanzlichen Standardnahrungsmittel: Kohlenhydrate, Fette, Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und Wasser. Es ist auch zu beachten, daß eine Mischwiese viele Stoffe enthält, die unserer Nahrung grundsätzlich fehlen - obwohl wir nicht all diese Stoffe verwerten können, werden damit viele "Lücken" in unserer Ernährung geschlossen. Kneipp spricht hierbei von einer "Heublumenmangelkrankheit". Die Symptome sind folgende: -Abnahme der Leistungsfähigkeit -Müdigkeit -Verstimmung -Reizbarkeit oder Apathie -Neigung zu Infekten Haut- und Schleimhautschäden -verzögerte Ausheilung nach Erkrankungen -Anlagen zu Gallensteinen oder zu Allergien verwirklichen sich Man bereit Heublumen folgendermaßen zu: 2 Tl Heublumen werden mit 1 Tasse siedendem Wasser überbrüht. 10 Min bedeckt ziehen lassen, abseihen. Für eine kurmäßige Anwendung: 1 El mit ½ L siedendem Wasser überbrühen. Die Menge gilt als Tagesdosis. Wir werten mit den "vergessenen" Nährstoffen einer Wiese unsere Nahrung ungemein auf und sind deutlich gesünder! Sie möchten mehr wissen? Dann mailen Sie uns doch einfach unter: redaktion@daskraeuterparadies.de |
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