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| a) Was blüht denn da? | |||||||||||||||||||||||
| Die Gartenraute (Ruta graveolens) gehört zur Familie der Rautengewächse und wird im Volksmund oft auch Weinraute, Edelraute, Pfingstwurzel, Krätzraute oder auch Weinkraut genannt. Es handelt sich um einen halb-immergrünen, ausdauernden Strauch mit verholzter Basis. Die Stengel werden bis zu 90 cm hoch und sind stark verzweigt. Die aromatischen Blätter sind grün bis blaugrün, unterteilt in viele spatelförmige, mit glänzenden Ölzellen punktierten Blättchen. Im Sommer erscheinen von Juli bis September einzelne Trauben mit scharf riechenden, gelben oder gelbgrünen Blüten. Die Gartenraute ist auf trockenem, felsigem Kalksteinboden wild anzutreffen. Meist wird sie aber in blauen, goldenen oder buntblättrigen Formen als Gartenzierstrauch kultiviert. Die Hauptinhaltsstoffe der Gartenraute sind Rutin, Eiweiß, freie Apfelsäure, Gummi, Schwefel und ätherisches Öl. Verwendet werden sowohl die Blätter als auch das blühende Kraut. Das ätherische Öl wird bei der Parfumherstellung verwendet. Wenige der stark würzenden Blätter genügen als Gewürz und zum Aromatisieren alkoholischer Getränke. |
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| b) Tipps für kids | |||||||||||||||||||||||
| Wir basteln ein Kräuter-Herbarium | |||||||||||||||||||||||
| Ein Herbarium selbst herzustellen ist wirklich ganz einfach und erfüllt einen nach der Fertigstellung mit großem Stolz, da man ein eigenes "Buch" gefertigt hat! Am besten beginnt man im jetzigen zeitigen Frühjahr und sammelt die ersten kleinen Kräutlein, die man unterwegs oder im Garten findet. Dazu gehören auch Pflanzen wie die Primel, das Gänseblümchen oder der Löwenzahn! Man sollte natürlich versuchen, möglichst "schöne" Exemplare zu finden - dabei sollte man aber nie die Wurzel rausreißen! Man legt die Kräuter am besten in einen kleinen Korb und legt sie zu hause sofort zwischen Zeitungspapier und beschwert dieses mit einem großen Stapel Bücher. Nach ca. 3 Wochen darf man nun ganz vorsichtig nachschauen, ob die Pflanzen schon ganz getrocknet sind. Man klebt die Kräuter ganz vorsichtig mit ein wenig flüssigem Klebstoff jeweils auf eine Seite. Nun kommt das Zweitwichtigste: Die Beschriftung. Dabei sollte der Name, der Ort (des Pflückens), die Verwendung (z.B. Tee) und das Datum nicht fehlen! Wer mag, kann sein Herbarium noch schön bunt mit Geschenkpapier einbinden. Viel Spaß! |
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| c) Alternative Hausapotheke | |||||||||||||||||||||||
| Der Name dieser Pflanze stammt von dem lateinischen Wort "ruta" ab. Es bedeutet soviel wie "Bitterkeit" oder "Unannehmlichkeit". Griechisch "reuo" heißt befreien - das Kraut hielt man demnach zur Behandlung von sehr vielen Leiden für wirksam. Die Griechen und Römer glaubten zum Beispiel, die Raute sei gut für das Sehvermögen und verleihe sogar hellseherische Fähigkeiten. Auch bei den Arabern war sie ein hochgeschätztes Kraut, das als einziges den Segen Mohammeds erhielt... Sowohl Leonardo da Vinci als auch Michelangelo behaupteten, die metaphysischen Kräfte der Pflanze hätten ihre Schaffenskraft gesteigert. Im Mittelalter nahmen Mönche Raute gegen Kopfschmerzen und es wurde eine lindernde Augensalbe daraus hergestellt. Der griechische Arzt Dioskurides pries die Pflanze als gutes Mittel gegen Husten und Entzündungen. Ferner wurde sie bei Magenverstimmungen, Muskelkrämpfen, Nervenleiden und Bluthochdruck verwendet. Interessanterweise verwendete man die Raute früher auch als Gegengift bei Vergiftungen! Heute verwendet man Raute in homöopathischen Arzneimitteln gegen Venenentzündungen und Krampfadern. In pflanzlichen Arzneien findet man sie als Mittel gegen Epilepsie, nervöse Beschwerden und Gebärmuttererkrankungen. Aus Raute läßt sich ein Heiltee herstellen, der sowohl stärkend als auch heilkräftig ist. Man übergießt dazu 5-7 Gramm des getrockneten Krauts mit ½ L kochendem Wasser. 5 Min ziehen lassen, abseihen. Pfarrer Kneipp empfahl diesen Tee bei Blutandrang im Kopf und dadurch verursachten Schwindel und "Benommenheit". Ferner bei Atmungsbeschwerden, Herzklopfen, Unterleibsbeschwerden (Krämpfen) und Hysterie. Äußerlich empfiehlt sich die Anwendung als Tinktur (1 Flasche zur Hälfte mit Rautenblättern füllen, mit Kornbranntwein auffüllen, 4 Wochen stehen lassen und anschließend abfüllen). Diese hilft als Gurgelwasser bei Halsentzündung (5 Tropfen in ½ L Wasser). Bei Magenschwäche wäscht man mit lauwarmen Rautenwasser, indem man 2-4 Tropfen Tinktur auf 1-2 El voll Wasser gibt. Vorsicht: Innerlich nur unter ärztlicher Aufsicht anwenden, äußerlich vorsichtig anwenden, da allergische Reaktionen möglich sind! |
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| d) Konservierungsmethoden | |||||||||||||||||||||||
| Man trocknet die Blätter zu Bündeln gebunden an einem trockenen, schattigen Ort. Es gibt den "Aberglauben", daß man Raute immer morgens pflücken sollte, da sie sonst ungenießbar würde. Meiner Einschätzung gründet diese Einschätzung auf der Erfahrung, daß die Erde morgens "ausatmet" und daher die Heilkraft zu diesem Zeitpunkt am stärksten ist. Auch der Mond könnte eine Rolle spielen - mehr dazu unter www.DasKraeuterparadies.de, Ausgabe Juli (07) 2000 - "Kräuter und der Mond". |
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| f) Kräuter im Garten | |||||||||||||||||||||||
| Die Gartenraute wächst am besten in voller Sonne und durchlässigem, leicht kalkigem Boden. Die Vermehrung erfolgt im Frühjahr durch Aussaat ins Freiland im Anzuchtbeet oder im Spätsommer durch Stecklinge. |
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| g) Orakel und Magie | |||||||||||||||||||||||
| Die Raute ist eine der wenigen Pflanzen, die in Wappen auftauchten. 1181 verfügte Kaiser Barbarossa, daß der erste Herzog von Sachsen einen Rautenkranz in sein Wappen aufnehmen könne, und 600 Jahre später wurde der Orden des Rautenkranzes gegründet. Man vermutet, daß die kleinen, abgerundeten Blätter zu der Form der Kreuzfarbe in einem Kartenspiel inspiriert haben. Die Raute ist die Geburtstagspflanze des 18. Januar und steht in der Sprache der Blumen für Fruchtbarkeit auf den Feldern. Man glaubte früher, die Raute schütze von Hexerei, Zaubersprüchen, Flüchen und dem bösen Blick. Gastwirte pflanzten sie an, um sie Reisenden zu ihrem Schutz mitzugeben. In der gesamten christlichen und islamischen Welt glaubte man, mit Raute könne man den Teufel austreiben. Von jeher ist die Raute auch mit Unglück in Zusammenhang gebracht worden. In alten Zeiten bewarf jemand, der sich gekränkt fühlte, denjenigen, der ihm Unrecht zugefügt hatte, mit einem Rautenstrauß und sagte dabei: "Mögest du diesen Tag bereuen, solange du lebst." Im Volksmund hieß es ferner, daß die Raute Munition tödlicher machen sollte. So tränkte man Musketenkugeln und Feuersteine in Rautenwasser, damit sie bei jedem Schuß ihr Ziel trafen. Man pflanzte die Raute auch in Blumenkästen, um sich vor Unglück zu schützen. |
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