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| a) Was blüht denn da? | ||||||||||||||||||||||
| Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist auch unter den Namen Hexenkraut, Jagdenteufel, Johannisblut, liebeskraut, Hartheu oder Herrgotts-Wundkraut bekannt. Es handelt sich um eine ausdauernde Pflanze mit aufrechtem, zweikantigem, 50-70 cm hohem, krautigem Stengel und gegenständigen Zweigen. Die Blätter sind gegenständig, sehr kurz gestielt, oval-länglich, ganzrandig und durchscheinend-punktiert ("perforatum"). Die gelben Blüten im Juni sind endständig. Zerreibt man sie, tritt roter Saft hervor. Man findet Johanniskraut überall auf trockenen, sonnigen Hügeln, an Feldrändern, an Hainen und Waldrändern. |
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| b) Das ausgewählte Rezept | ||||||||||||||||||||||
| Tomaten-Bohnensalat mit Johanniskraut | ||||||||||||||||||||||
| 500 g zarte grüne Bohnen . 1 kg reife Strauchtomaten . 3 Schalotten in dicken Scheiben . 2 Eßl Pinienkerne 4 Stengel frisches Johanniskraut . 2 Eßl Olivenöl . Saft 1 Zitrone . 100 g Gorgonzolakäse . 1 Knoblauchzehe, zerdrückt (oder Bärlauch!) . Salz, Pfeffer, Zucker Zuerst wird die Salatsauce zubereitet: Dazu das Öl, Zitronensaft, Käse und den Knoblauch mit dem Pürierstab verrühren, bis eine cremige Sauce entstanden ist. Mit Salz, Pfeffer und Zucker würzen. Ziehen lassen. Die Bohnen waschen, putzen und in Salzwasser gar kochen. Die Bohnen unter kaltem Wasser abkühlen. Tomaten in Scheiben schneiden. Johanniskraut waschen, die Blättchen von den Stengeln abzupfen. Sämtliche Salatzutaten bis auf die Pinienkerne in einer Salatschüssel mischen und mit der Sauce anmachen. Die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett kurz rösten und auf den Salat streuen. |
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| c) Alternative Hausapotheke | ||||||||||||||||||||||
| Johanniskraut ist in der letzten Zeit wieder sehr ins Gespräch gekommen. Vorrangig wird sie in vielerlei Darreichungsformen als leichtes Antidepressivum angeboten. Dazu sei vorab erwähnt, daß auch bei dem Johanniskraut, wie bei allen anderen Heilpflanzen auch, beachtet werden muß, daß es auch Wechselwirkungen und Nebenwirkungen hat. Bei allen Anwendungen sollte der Arzt sicherheitshalber informiert werden. Johanniskraut hat neben seiner stimmungaufhellenden Wirkung noch viele weitere Anwendungsmöglichkeiten: So wirkt ein Tee aus den Blättern gallenflußfördernd und harntreibend und wird auch bei Durchblutungsstörungen und zur Regulierung der Menstruation verabreicht. Der Tee wirkt auch lindernd bei Unruhe und Schlafstörungen. Die Blüten enthalten einen zum Färben geeigneten roten und gelben Farbstoff. Aus den Blüten und Knospen läßt sich recht einfach das berühmte "Rotöl" herstellen, daß bei trockener, spröder Haut, kleinen Wunden, Blutergüssen und rheumatischen Beschwerden gute Dienste leistet. Es ist auch sehr hilfreich bei stillenden Müttern, die unter wunden Brustwarzen leiden. Rotöl wird folgendermaßen zubereitet: 50 g frische Johanniskrautblüten zerquetschen und mit 200 g Olivenöl übergießen. Unverschlossen 5 Tage an einem warmen, lichtdurchfluteten Ort unter gelegentlichem Umrühren der Gärung überlassen. Danach das Glas verschließen und so lange stehenlassen, bis der Inhalt eine leuchtend rote Farbe angenommen hat (ca. 6 Wochen). Dann abseihen, abpressen und das Öl nach kurzem Stehen von der wäßrigen Schicht abgießen. Vorsicht: In der Zeit der Anwendung sollte man intensive Lichteinwirkung vermeiden, weil das Kraut eine Photosensibilisierung verursachen kann. |
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| d) Konservierungsmethoden | ||||||||||||||||||||||
| Das unter c) aufgeführte "Rotöl" ist eine der besten Konservierungsmethoden. Zur Teebereitung trocknet man das ganze Kraut im Schatten, bis es rascheltrocken ist. Im Mörser zerstoßen, in dunkle Dosen füllen und fest verschließen. Eine Tinktur aus Johanniskraut, die gleichen Zwecken dient wie der Tee (s."Alt. Hausapotheke"), läßt sich herstellen, indem man das Kraut mit Kornbranntwein 3-4 Wochen ansetzt. Danach entfernt man das Johanniskraut wieder und nimmt von dieser Tinktur 2-3 mal täglich 10-15 Tropfen zu sich. |
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| e) Kräuter im Garten | ||||||||||||||||||||||
| Johanniskraut läßt sich im eigenen Heilkräutergarten in voller Sonne oder lichtem Schatten gut anbauen. Der Boden muß gut durchlässig sein. Die Vermehrung erfolgt im Frühjahr durch Wurzelteilung oder der Aussaat in Saatschalen. Im Sommer vor und nach der Blüte kann man durch Stecklinge ebenfalls die Pflanzen vermehren. |
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| f) Orakel und Magie | ||||||||||||||||||||||
| Johanniskraut galt bereits im Altertum als sogenanntes Liebeskraut. Es führt zu echter, wahrer Liebe und befreit von "unerwünschter"... Johanniskraut wird bei weißen Hexen mit der Traummagie verknüpft. Es gibt ein Johanniskraut-Orakel: Möchte man heiraten und will mehr über sein Glück wissen, zerdrückt man die Blütenknospen in einem Taschentuch und betrachtet den ausgetretenen Saft. Hat sich das Taschentuch rot gefärbt, gilt folgendes: "Kommt rotes Blut, ist die liebe gut". Ist keine farbe zu erkennen: "Ohne Rot bleibt die Liebe tot". Das Johanniskraut entfaltet seine Heilkräfte am stärksten, wenn es am Johannistag, dem 24. Juni, gepflückt wird. Die Zauberkraft ist am stärksten, wenn man es vor Sonnenaufgang oder in der Mittagsstunde sammelt. Im Saarland erzählte man sich folgende Geschichte: Ein Mädchen hatte mit dem Teufel einen Bund geschlossen. Eines Tages lief der Teufel hinter ihr her, um sie ganz in seine Gewalt zu bringen. In ihrer Angst erblickte die "arme Sünderin" am Wegesrand eine "Hartna" (Johanniskraut). Sie setzte sich auf die gelbe Blume und der Teufel war machtlos. Da rief er zornig aus: Hartna, du verfluchtes Kraut, du hast mir entführt mein' Braut. |
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| g) Liköre, Heilschnäpse & Co. | ||||||||||||||||||||||
| Johanniskrautlikör | ||||||||||||||||||||||
| 1 Tasse Johanniskrautblüten . 1 L 50% iger Alkohol Zuckerwasserlösung (500 g Zucker, in 1 L Wasser gekocht) 1 Vanillestange . 1 kleines Stückchen Ingwer Johanniskrautblüten in eine große, weitbauchige Flasche geben und den Alkohol darübergießen. Für 2 Wochen an die Sonne stellen, dann die Zuckerlösung dazugeben und die Gewürze kleingeschnitten beimengen. Den Likör mindestens 1/2 Jahr ziehen lassen. Dann abseihen und in kleinere Flaschen füllen. |
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