|
|||||||||||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||||||||||
| a) Was blüht denn da? | |||||||||||||||||||||||
| Rosmarin (Rosmarinus officinalis) gehört zur Familie der Lippenblütler und wird im Volksmund oft auch Meertau, Weihrauchkraut, Hochzeitsblümchen oder Marienkraut genannt. Rosmarin stammt aus dem Mittelmeerraum und gelangte über die Klostergärten zu uns. Er wird in der sogenannten "Capitulare de villis", die ihn in Klöstern zum Anbau vorschrieb, erwähnt. Rosmarin ist ein immergrüner, stark aromatisch duftender Strauch. Die Blätter sind sitzend, schmallineal, nach unten umgerollt. Er ist oben kräftig grün und unterseits weißfilzig. Die im Hochsommer erscheinende Blütenkrone ist blaßblau mit zwei lang herausragenden Staubblättern. Man kann Rosmarin wild in sehr warmen Gegenden auf trockenen Geröllhängen und Felsen finden. Rosmarin wird bei uns häufig kultiviert, jedoch häufig in Kübeln oder Töpfen, da er meist nicht winterhart ist. Eine der wenigen winterharten Sorten ist der französische Rosmarin. Rosmarin enthält ätherisches Öl mit Cineol, Campher und Borneol - ferner Bitterstoffe und Rosmarinsäure. Man verwendet vom Rosmarin sowohl das ätherische Öl als auch die Blätter in frischer oder getrockneter Form. |
|||||||||||||||||||||||
| b) Das ausgewählte Rezept | |||||||||||||||||||||||
| Knuspriges Rosmarinbrot | |||||||||||||||||||||||
| Man nehme: 1 Würfel Hefe . 3 Tassen Weizenmehl . 2 El Butter 1/4 Tasse lauwarmes Wasser . 1 Tasse lauwarme Buttermilch 1 El Zucker . 1 Tl Salz . 1 El getrocknete Zwiebeln . 2 Eßl frische oder getrocknete Rosmarinblätter . 1 Tasse Edamer Käse, gewürfelt Das Mehl in eine große Schüssel sieben und in die Mitte eine Vertiefung drücken. Die Hefe zerbröckeln und in die Mulde füllen. Das Wasser, die Buttermilch und den Zucker vorsichtig darüberschütten, mit einem Leinentuch abdecken und an einem warmen Ort ca. 30 Min. gehen lassen. Gut durchkneten. Die restlichen Zutaten dazugeben, dabei einen kleinen Rest der Butter inzwischen zerlassen. Erneut den Teig sehr gründlich mit den Händen durchkneten. Eine Kastenform mit der flüssigen Butter einfetten, den Teig hineinlegen, zudecken und erneut gehen lassen, bis der Teig sein Volumen verdoppelt hat (ca. 1-2 Stunden). Den Backofen auf 190 Grad/Stufe 5 vorheizen. Auf den Boden des Ofens eine flache Schüssel mit Wasser stellen. Das Brot ca. 30 Min. backen. Es ist gar, wenn es beim "anklopfen" hohl klingt. Aus der Form stürzen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Dieses Brot schmeckt in dünnen Scheiben wunderbar mit Quark und Butter oder zu Suppen! |
|||||||||||||||||||||||
| c) Tipps für kids | |||||||||||||||||||||||
| Duftbilder | |||||||||||||||||||||||
| Die Herstellung ist ganz einfach und läßt viel Raum für Kreativität! Dazu schneidet man einige Rosmarinstengelchen und auch andere Kräuter nach Belieben und legt sie zum Trocknen zwischen Zeitungspapier, welches man mit einigen Büchern beschwert. Nach 1-2 Wochen sind die Kräuter getrocknet und eignen sich bestens zum Herstellen vieler schöner bunter Bilder. Man wird staunen, wieviel Phantasie Kinder entwickeln, wenn man ihnen einen Tuschkasten, Wachsmalkreide oder Fingerfarben und einen Malblock gibt und sie die Kräuter anschließend oder währenddessen mit Tapetenleim "einarbeiten" dürfen... Da können dann Bilder entstehen wie zum Beispiel Spaghetti mit Kräutern; Tiere, die gerade essen; ein bunter Sommergarten, und, und, und... Hängt man die bunten Bilder anschließend auf, belohnt einen zusätzlich zum Stolz auf die kleinen Kunstwerke der erfrischende Duft nach Sommer! Viel Spaß! |
|||||||||||||||||||||||
| d) Alternative Hausapotheke | |||||||||||||||||||||||
| "Seit alters her sind dem Rosmarin, dem an Duftintensivität wohl nur noch der Lavendel gleichkommt, viele kräftigende und heilende Eigenschaften zugeschrieben worden. Bei den Griechen wurde er mit dem Erinnerungsvermögen und der Konzentration assoziiert, so daß Studenten während ihrer Prüfungsvorbereitungen Rosmarinkränze auf dem Kopf trugen. Das Verteilen von Rosmarinpulver auf dem Körper sollte einen heiteren Geist verleihen und das Riechen an ihm jung erhalten. Der stark aromatische Duft von Rosmarin sollte auch gegen Infekte aller Art schützen: So wurde Rosmarin in Krankenzimmern verbrannt und zu Beerdigungen getragen. Es wurde auch gegen die Pest und schlechte Träume eingesetzt und an Feiertagen in Kirchen als Ersatz für Weihrauch verbrannt. Heute wird Rosmarin bei Depressionen, Migräne, Leber- und Verdauungsbeschwerden, Erschöpfungszuständen und Kreislaufbeschwerden empfohlen. In Salbenform ist es ein wirksames Mittel gegen Neuralgien, Rheuma, Ekzeme und kleine Wunden. Auch ein Aufguß als Haar- und Mundwasser hat sich bewährt. Sicherlich ist Rosmarin vielen auch als belebender Badezusatz bekannt - dieser läßt sich leicht selber zubereiten: Man füllt dazu eine gute Handvoll frische Rosmarinblätter in ein Leinensäckchen und hängt dieses und den heiß einlaufenden Wasserstrahl in das Badewasser. Zur Pflege der Haut gibt man eine Tasse Vollmich, welche man vorher mit einem Eßlöffel Olivenöl verrührt hat, dazu. Rosmarin wird auch in der Homöopathie verwendet. Man kann Rosmarin in verschiedenster Form verwenden: als Tee, Essenz, im Wein, als Badezusatz, in Spiritus und als Gewürz. Vorsicht: Rosmarin sollte innerlich nicht in größeren Mengen zu sich genommen werden! |
|||||||||||||||||||||||
| e) Konservierungsmethoden | |||||||||||||||||||||||
| Rosmarin entfaltet sein wunderbares Aroma am besten, wenn man ihn in frischer Form verwendet. Man kann ihn sehr gut in diversen Speisen mitkochen. Getrocknet büßt er sehr viel seines Aromas ein und riecht dann leicht muffig. Eine gute Alternative dazu stellt das Einfrieren in kleinen Portionsbeuteln dar oder das Einlegen zu einem Pesto in Olivenöl mit Salz. Auf diese Weise hält er sich gut gekühlt bis zu einem Jahr. |
|||||||||||||||||||||||
| f) Kräuter im Garten | |||||||||||||||||||||||
| Rosmarin wächst und gedeiht am besten in durchlässigem, alkalischem Boden an einem sonnigem, windgeschützten Standort. Die Vermehrung erfolgt im Frühjahr durch Aussaat in Saatschalen oder aber im Sommer durch Stecklinge (was eher zu empfehlen ist). Im Herbst ist auch die Vermehrung durch Absenker möglich. Die meisten handelsüblichen Sorten des Rosmarins sind nicht winterhart, daher benötigen sie Winterschutz. |
|||||||||||||||||||||||
| g) Orakel und Magie | |||||||||||||||||||||||
| Rosmarin, der "Meertau", war in seiner griechischen Heimat der Göttin Aphrodite ( = Pflanze der Liebe) geweiht, und die Römer schmückten mit Rosmarinkränzen ihre Hausaltäre. Er gehörte zu den beliebtesten Gartenpflanzen und wuchs in allen italienischen Villengärten. Es gibt über Rosmarin verschiedene Ursprungsmythen: Einmal soll er ein assyrischer Jüngling namens Libanotis gewesen sein. Da er die Götter sehr ehrte, war er ihnen so hold, daß sie ihn in einen götterwürdigen Strauch verwandelten, als er von seinen Landsleuten verjagt wurde. Auch in den christlichen Legenden tauchte der Strauch auf: Man versuchte die von blaßblau bis tiefblau reichende Farbskala der Blüten dadurch zu erklären, daß die Pflanze ursprünglich weiß blühte, aber verschiedene Blautöne annahm, als die Jungfrau Maria ihren blauen Mantel über einen Rosmarinstrauch hing. Es gibt auch die Überlieferung, daß Rosmarin zu jenen Pflanzen gehörte, die ihr auf der Flucht nach Ägypten Schutz boten. Diese Legende hat sich in dem spanischen Namen "romero"="Pilgerblume" erhalten. Rosmarin wird selten größer als mannshoch, daher war man auch geneigt zu glauben, daß er in 33 Jahren bis zur Größe Christi heranwächst... Rosmarin sollte auch ein gutes Mittel zur Abwehr gegen böse Geister und Hexen darstellen - so taucht er überall dort auf, wo böse Geister besonders gefährlich werden können: Geburt, Hochzeit und Tod. Als Sinnbild der Liebe und Treue war Rosmarin seit der Zeit Karls des Großen in Europa als Hochzeitsblume verbreitet und wird heute noch von manchen Bräuten im Kranz getragen! In einem alten Kräuterbuch heißt es: "Lavendel und Rosmarin stehen so zueinander wie die Weiße Rose zum Riedgras und die Frau zum Mann." Rosmarin war auch einer der Bestandteile des "Jugendtrankes der Königin von Ungarn", der jahrhundertelang durch viele Zauberbücher geisterte und angeblich Jugend verlieh. Als Liebeskraut sollte ein blühender Rosmarinzweig denjenigen, der damit berührt wurde, sich verlieben und bald verheiraten lassen, und ein Mann, der sich dem Rosmarinduft gleichgültig zeigt, stand auch in dem Ruf, zu echter Liebe einer Frau gegenüber nicht fähig zu sein... |
|||||||||||||||||||||||
| h) Liköre, Heilschnäpse & Co. | |||||||||||||||||||||||
| Rosmarin-Punsch | |||||||||||||||||||||||
| 1 Zweig Rosmarin . 20 cl Rotwein . 2 cl frisch gepreßter Orangensaft . 1 Gewürznelke . 2 Teel. Honig 1 Orangenschalen-Spirale Den Rotwein mit der Gewürznelke erhitzen, aber nicht kochen. Den Orangensaft und den Honig einrühren. Die Orangenspirale und den Rosmarinzweig dazugeben und heiß kurz ziehen lassen. Die Rotweinmischung mit den übrigen Zutaten in ein Glühweinglas gießen. Belebt und wärmt Körper und Geist! |
|||||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||||